Kurz gesagt
- Was: „Bewegt lernen“, vier Infonachmittage zur multisensorischen Lernförderung bei Legasthenie und ADHS
- Wann: Mittwoch, 23. September, Mittwoch, 30. September, Mittwoch, 7. Oktober, und Mittwoch, 14. Oktober 2026, jeweils 14 bis 17 Uhr
- Wo: Studio Khek, Khekgasse 21, 1230 Wien, bei der S-Bahn-Station Liesing
- Wer: Mag. Christina Partsch, diplomierte Legasthenietrainerin mit Praxis in Wien Liesing
- Kosten: 10 Euro Unkostenbeitrag, Anmeldung verpflichtend unter 0650 9082774
- Für wen: Eltern und Interessierte, das Kind muss nicht mitkommen
- Der fachliche Kern: Der Zusammenhang zwischen Legasthenie und motorischen Auffälligkeiten ist durch Metaanalysen belegt. Bewegung ergänzt das Legasthenietraining, sie ersetzt es nicht.
An vier Mittwochen, am 23. und 30. September sowie am 7. und 14. Oktober 2026, jeweils von 14 bis 17 Uhr, lädt Mag. Christina Partsch Eltern und Interessierte ins Studio Khek in der Khekgasse 21 in 1230 Wien ein. Die Infonachmittage tragen den Titel „Bewegt lernen“ und beantworten eine Frage, die in Wien viele Familien beschäftigt: Wie lernt ein Kind mit Legasthenie oder ADHS so, dass es dabei nicht die Freude am Lernen verliert?
Der Flyer ist im Wiener Landesverband Legasthenie gelandet, und wir geben ihn gerne weiter. Nicht, weil wieder irgendwo ein Kurs startet, sondern weil hinter dem Angebot eine Pädagogin mit einer ungewöhnlich breiten Ausbildung steht und weil der Ansatz, Lernen mit Bewegung zu verbinden, inzwischen deutlich besser untersucht ist, als die meisten Websites zum Thema verraten. Dazu weiter unten mehr.

Die Termine auf einen Blick
Alle vier Nachmittage laufen gleich ab, es genügt also ein Termin. Eine Anmeldung ist verpflichtend, der Unkostenbeitrag beträgt 10 Euro.
| Termine | Mittwoch, 23. September 2026 Mittwoch, 30. September 2026 Mittwoch, 7. Oktober 2026 Mittwoch, 14. Oktober 2026 |
| Uhrzeit | 14 bis 17 Uhr |
| Ort | Studio Khek, Khekgasse 21, 1230 Wien |
| Anfahrt | Wien Liesing, S-Bahn-Station Liesing |
| Für wen | Eltern und Interessierte |
| Kosten | 10 Euro Unkostenbeitrag |
| Anmeldung | verpflichtend, telefonisch unter 0650 9082774 oder per E-Mail an tina.partsch1@gmail.com |
Was „Bewegt lernen“ bedeutet
„Bewegt lernen“ ist eine multisensorische Lernförderung, die Kinder über mehrere Sinneswahrnehmungen gleichzeitig ansprechen soll, statt sie noch eine Stunde länger still am Tisch sitzen zu lassen. Das Angebot richtet sich an Kinder mit Legasthenie, mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, mit ADHS oder mit anderen Herausforderungen beim Lernen. Wer nach Anregungen sucht, wie sich das im Schulalltag umsetzen lässt, findet sie auf unserer Seite Praktische Ideen für den Unterricht von legasthenen Schülern.
Laut Flyer wird auf zwei Wegen gearbeitet. In der Gruppenförderung lernen und bewegen sich mehrere Kinder gemeinsam und entdecken dabei neue Lernwege. Die Einzelbetreuung ist auf das einzelne Kind, sein Lerntempo und seine Bedürfnisse abgestimmt. Die Leitlinien dahinter beschreibt der Flyer knapp: mit allen Sinnen, spielerisch und in Bewegung, individuell abgestimmt, mit Freude an neuen Lernwegen. Dass spielerisches Arbeiten keine Floskel ist, sondern für viele Kinder der Weg zurück in die Lernbereitschaft, erleben unsere Trainerinnen und Trainer täglich.
Der Satz, der auf dem Flyer unten steht, fasst die Haltung dahinter gut zusammen: „Jedes Kind kann lernen.“ Genau das ist auch der Ausgangspunkt jedes Legasthenietrainings: Legasthenie ist keine Frage der Intelligenz, sondern eine Frage des Zugangs. Wie hartnäckig sich der gegenteilige Irrtum hält, zeigt unser Beitrag Video: Legasthenie und IQ, was steckt dahinter?.
Wer Mag. Christina Partsch ist
Mag. Christina Partsch ist diplomierte Legasthenietrainerin und als solche im Verzeichnis des Ersten Österreichischen Dachverbands Legasthenie eingetragen. Ihr Eintrag ist unter legasthenietrainer.com abrufbar, ihre Praxis liegt in der Elisenstraße 29/11 in 1230 Wien. Ihre eigene Website findet sich unter gib-mir-zeit.at, und schon der Name ist Programm.
Ihre Ausbildung ist breiter als bei den meisten Angeboten dieser Art. Sie hat Pädagogik sowie Sonder- und Heilpädagogik studiert, ist Sonderkindergarten- und Hortpädagogin, Montessoripädagogin und diplomierte Legasthenietrainerin und Dyskalkulietrainerin. Dazu kommen Weiterbildungen in sensorischer Integration, Lerncoaching und Mediation. 2003 erhielt sie den Wissenschaftspreis für Montessoripädagogik. Sechzehn Jahre lang hat sie eine integrative Tageskindergruppe geleitet.
Bemerkenswert ist, wie sie auf ihrer Website die Abklärung beschreibt. Eine Testung dauert bei ihr zwischen zwei und vier Arbeitseinheiten und wird bewusst auf mehrere Termine aufgeteilt, damit Tagesverfassung und Ausdauer des Kindes das Ergebnis nicht verfälschen. Das ist das Gegenteil des schnellen Tests in vierzig Minuten, und es sagt einiges über die Arbeitsweise.
Was an Bewegung und Lesen wirklich belegt ist
Der Zusammenhang zwischen motorischen Fähigkeiten und Legasthenie ist gut dokumentiert, die Wirkung von Bewegungsprogrammen auf das Lesen dagegen nur in ersten, kleinen Studien. Diese Unterscheidung fehlt auf fast allen Seiten, die multisensorische Lernförderung anbieten, deshalb hier die Belege.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von Decarli, Franchin und Vitali sichtete 572 Studien und schloss nach strengen Kriterien 23 begutachtete Arbeiten ein. Ergebnis: Kinder und Jugendliche mit Legasthenie zeigen in mehreren motorischen Aufgaben deutlich andere Leistungen als Gleichaltrige, und zwar unabhängig davon, welche Art von motorischer Aufgabe geprüft wurde. Eine Bayes-Metaanalyse über fünf Jahrzehnte Forschung, 2026 im Journal of Speech, Language, and Hearing Research erschienen, kommt für die Feinmotorik zum selben Bild und schlägt feinmotorische Aufgaben sogar als ergänzenden Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Leseschwierigkeiten vor.
Interessanter für den Alltag ist die Frage, ob Bewegung das Lesen verbessert. Dazu gibt es seit November 2025 eine kontrollierte Studie aus Paris und Lyon: 32 Kinder mit Legasthenie wurden zufällig einer Trainingsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die Trainingsgruppe absolvierte ein kombiniertes Lese- und Haltungstraining von zehn Minuten, die Kontrollgruppe pausierte zehn Minuten. Danach maßen die Forschenden per Blickbewegungsaufzeichnung: In der Trainingsgruppe sanken Lesezeit, Fixationsdauer und Anzahl der Vorwärtssakkaden signifikant, dazu nahm die Haltungsinstabilität ab. In der Kontrollgruppe änderte sich nichts.
Zehn Minuten, 32 Kinder, ein Messzeitpunkt: Das ist ein ernst zu nehmender Hinweis, aber kein Wirksamkeitsnachweis für ein ganzes Schuljahr. Ähnlich steht es um eine Arbeit von 2025 in Applied Neuropsychology: Child zu sensomotorischem Training mit kognitiver Beteiligung, die ebenfalls Verbesserungen bei Lesen und Blickbewegungen berichtet. Die Richtung stimmt, die Datenbasis ist noch dünn.
Was ein Infonachmittag leisten kann und was nicht
Ein Infonachmittag ersetzt keine Abklärung und kein Training, er verschafft Ihnen ein Bild. Drei Stunden reichen, um die Räume zu sehen, die Pädagogin kennenzulernen, konkrete Fragen zu stellen und danach zu entscheiden, ob das für Ihr Kind passt. Genau dafür sind solche Termine gut, wie zuletzt auch unsere Infoveranstaltung zu Legasthenie und Dyskalkulie gezeigt hat.
Was Bewegung im Lernen ebenfalls nicht leistet: Sie ersetzt nicht das symptomspezifische Arbeiten an Buchstaben, Lauten und Wörtern. Ein Kind mit Legasthenie braucht beides, also Training der Aufmerksamkeit und der Sinneswahrnehmungen und daneben das gezielte Arbeiten am Lesen und Schreiben. Bewegung ist der Weg, über den viele Kinder überhaupt erst wieder in ein Lernangebot hineinfinden, und sie ist häufig der Unterschied zwischen einer Stunde, die ein Kind abwehrt, und einer Stunde, auf die es sich freut.
Wer nach dem Nachmittag weitersuchen möchte: Auf unserer Seite Hilfe in Wien listen wir diplomierte Legasthenietrainer*innen und Dyskalkulietrainer*innen in Wien, das österreichweite Verzeichnis steht unter legasthenietrainer.com. Wer selbst in diese Arbeit einsteigen will, findet die Wege dorthin auf unserer Seite Ausbildung und im Fernstudium des EÖDL.
Anmeldung und Kontakt
- Mag. Christina Partsch, diplomierte Legasthenietrainerin, 1230 Wien
- Telefon: 0650 9082774
- E-Mail zur Anmeldung: tina.partsch1@gmail.com
- Website: gib-mir-zeit.at
- Eintrag im Trainer*innen-Verzeichnis: legasthenietrainer.com, Eintrag 1941
- Veranstaltungsort: Studio Khek, Khekgasse 21, 1230 Wien
Die Plätze sind begrenzt, weil alle Nachmittage nur mit Anmeldung stattfinden. Wer im September keine Zeit hat, kann am 7. oder am 14. Oktober kommen.
Häufige Fragen
Nein. Die Infonachmittage am 23. und 30. September sowie am 7. und 14. Oktober 2026 richten sich laut Flyer an Eltern und Interessierte. Für Fragen zum eigenen Kind vereinbaren Sie am besten anschließend einen eigenen Termin.
Der Unkostenbeitrag beträgt 10 Euro pro Person. Eine Anmeldung ist verpflichtend, telefonisch unter 0650 9082774 oder per E-Mail.
Der Zusammenhang zwischen Legasthenie und motorischen Auffälligkeiten ist durch Metaanalysen gut belegt. Dass kurzes kombiniertes Lese- und Haltungstraining das Leseverhalten messbar verbessert, zeigt bisher erst eine kleine kontrollierte Studie mit 32 Kindern aus dem Jahr 2025. Bewegung ergänzt das Legasthenietraining, sie ersetzt es nicht.
Das Studio Khek liegt in der Khekgasse 21 in 1230 Wien, im Bezirk Liesing. Die nächste Öffi-Anbindung ist die S-Bahn-Station Liesing.
Quellen
- Decarli G., Franchin L., Vitali F.: Motor skills and capacities in developmental dyslexia. A systematic review and meta-analysis. Acta Psychologica 246 (2024), 104269. PMID 38642452
- Caldani S., Khoury E., Delorme R., Bucci M. P.: Children with Dyslexia Benefit from Short Combined Reading and Motor Training. Brain Sciences 15 (2025), 1218. PMID 41300225
- Impaired Fine Motor Skills in Developmental Dyslexia. A Bayesian Meta-Analysis of 5 Decades of Research. Journal of Speech, Language, and Hearing Research 69 (2026). PMID 42274427
- The impact of sensorimotor with cognitive engagement training on reading and eye movement in developmental dyslexia. Applied Neuropsychology: Child (2025). PMID 40176731
- Flyer „Bewegt lernen“ von Mag. Christina Partsch sowie gib-mir-zeit.at und der Verzeichniseintrag 1941, beide abgerufen am 22. September 2026
Transparenzhinweis: Mag. Christina Partsch ist wie die Autorin dieses Beitrags über den Ersten Österreichischen Dachverband Legasthenie ausgebildet und in dessen Verzeichnis eingetragen. Die Veranstaltung ist ihr eigenes Angebot und keine Veranstaltung des Wiener Landesverbands Legasthenie, dieser Beitrag ist kein bezahlter Hinweis. Angaben zu Terminen, Ort und Kosten stammen vom Flyer, die Termine im Oktober wurden nachgemeldet. Bitte prüfen Sie sie bei der Anmeldung nach.























